Babysitter Stundenlohn: Zahlen, Meinungen und Strategien

Jan 13, 2020 | Babysitter, Expertenwissen

Der Babysitter Stundenlohn kann jungen Eltern ganz schöne Kopfschmerzen verursachen. Was zahlen andere? Was ist fair und vor allem: Wie bekomme ich mit meinem Budget die beste Betreuung? 
Letztere Frage ist die eigentlich wichtige, denn eins ist doch bei all den Fragezeichen klar: Du willst die beste Betreuung für dein Kind. Wenn deine finanziellen Möglichkeiten dabei limitiert sind, ist dieser Artikel genau das richtige für dich. Wir haben die wichtigsten Fakten, subjektive Meinungen von Babysittern und eine Strategie wie du auch bei einem hohen Stundenlohn das Familien-Budget nicht sprengen musst.

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Der Babysitter Stundenlohn kurz und knapp

Da viele Babysitter ihren Stundenlohn einfach auf die Hand bekommen, sind sämtliche Studien zu hinterfragen. Der Jahresbericht Babysitting Preise 2015, gibt zum Beispiel einen durchschnittlichen deutschen Netto-Stundensatz von 8,26 Euro an. Aber Hand aufs Herz: Selbst der Höchstpreis in Hamburg von 9,19 Euro ist in der Realität für einen tollen Babysitter ein Schnäppchen.

Wenn man den Stundenlohn-Rechner der größten deutschen Babysitter Plattform „Betreut.de“ fragt, (die Berechnung erfolgt für 1 Kind, Zentrum der jeweiligen Stadt, 2-5 Jahre erfahrener Babysitter, und 5h/Woche) gibt dieser einem für das Zentrum jeder großen Stadt 12,00 Euro/Stunde an. Dieses Ergebnis, könnte genauso gut ein Logarithmus-Fehler sein.

Der  Stundenlohn-Rechner von testedich.de spuckt für einen sehr guten Babysitter bei Nachmittagsbetreuung 9-15 Euro/Stunde aus. Dieses Ergebnis ist ernüchternd, aber im Grunde genommen repräsentativ, denn: Der Babysitter Stundenlohn ist und bleibt Verhandlungssache. Damit du bei dieser Verhandlung nicht den Kürzeren ziehst, haben wir zwei unterschiedliche Babysitter gefragt, wie sie zu ihrem Stundenlohn stehen. Lies, wie sie denken, denn erst, wenn du deinen Babysitter verstehst, kannst du einen für beide Seiten fairen Lohn verhandeln.

Leas Gedanken zum Babysitter Stundenlohn

Wir haben Lea, eine erfahrene Babysitterin aus Berlin, zu ihrem Stundenlohn befragt: Als sie mit dem Babysitten begann, nahm Lea eine Gebühr von 12 Euro/Stunde, solange das Kind wach war. Sobald das Kind schlief, ging Lea mit dem Preis runter auf 9 Euro/Stunde. Diese Preis-Differenz kann für Eltern den  entscheidenden Unterschied machen, wenn es darum geht sich für die Dauer der Betreuung zu entscheiden. Inzwischen machte Lea übrigens keinen Unterschied mehr zwischen Tag und Nacht. Das liegt daran, dass sie mittlerweile mehr Expertise, eine einschlägige Ausbildung und sogar Kindergarten-Erfahrung hat. 

Babysitterin Emma zum Stundenlohn

Auch Emma hat uns ihre Perspektive geschildert.  Sie ist eine Babysitterin der Agentur Lieblings-Nanny in Berlin, hat aber bisher noch keine spezielle Babysitter-Ausbildung. Sie möchte sich lediglich ein paar Euro dazuverdienen. Daher nimmt sie 10 Euro/Stunde. Das gilt auch für ihren Einsatz, während das Kind schläft. Warum? Emma ist der Ansicht, dass dem/der Babysitter*in allein durch die Beaufsichtigung des Kindes eine große Verantwortung zukommt, die entsprechend entlohnt werden sollte.

Babysitter Stundenlohn in Deutschland
Um mit deinem Babysitter über seinen Lohn zu verhandeln, solltest du zuerst dessen Denkweise verstehen.
Picture by Christian Dubovan via Unsplash

Die Formel zum Stundenlohn. Was kannst du dir eigentlich leisten?

Folgende 3 Schritte helfen dir herauszufinden, wie viel Babysitting du dir zu welchem Preis leisten kannst. Da hilft dir zu reflektieren, wie sparsam du eigentlich sein musst und mit welchem Verhandlungsspielraum, du in die Stundenlohnverhandlung gehen kannst. Unter jedem Schritt findest du ein Beispiel zur Veranschaulichung.

1. Kenne dein monatliches Maximum. Wie viel Geld wärst du bereit, monatlich für den Babysitter auszugeben. Das kannst du zunächst aus dem Bauch heraus entscheiden oder du hast einen guten Finanzplan und weißt genau, was dein Maximum ist.

Beispiel: Steffi setzt sich ein Maximum von 100 Euro pro Monat. Mehr ist für den Babysitter einfach nicht drin.
2. Wie oft brauchst du Betreuung? Wie viele Stunden pro Monat oder Woche sollte jemand deine Kinder betreuen? Beantworte dies Frage so konkret wie möglich.

Beispiel: Steffi braucht jeden Montag von 17:00 – 19:30 Uhr Betreuung, da sie mit ihrem Mann zum Acroyoga gehen möchte. Ihre Tochter muss spätestens um 17:00 Uhr von der Kita geholte werden. Der Kurs beginnt um 17:30 und endet um 19:00 Uhr. Gegen 19:30 Uhr wären sie zu Hause. Monatlich kommt sie dabei auf 2,5 h x 4 Wochen = 10 h

3. Berechne, welchen Stundenlohn du dir leisten kannst: Dividiere nun dein Budget aus Schritt 1 durch die benötigte Stundenzahl aus Schritt 2. So erhältst du den maximalen Stundenlohn, den du einem Babysitter zahlen kannst. Sollte dieser zwischen 9 und 15 Euro liegen, hast du gute Chancen, einen Babysitter zu finden. Je geringer er ist, desto geringer wird leider auch die Chance, dass du deinen Traumbabysitter bezahlen kannst.

Beispiel: Bei Steffi sähe diese Rechnung so aus: 100 Euro/10 h=10 Euro. Sie kann sich folglich den Durchschnittslohn von 12 Euro/Stunde nicht leisten und muss hoffen, für 10 Euro/Stunde überhaupt jemanden zu finden, der auf ihre Tochter aufpasst.

Bestenfalls sieht dein Budget besser aus als das von Steffi. Wen es bei dir aber ähnlich knapp ist und du eigentlich sogar noch mehr Betreuung für spontane Friseurbesuche oder eine Stunde Me-Time pro Woche brauchst, solltest du unbedingt weiterlesen.

Die coole Alternative zum hohen Babysitterlohn: Probiere SitEinander

Gibt es Alternativen zum bezahlten Babysitting?

Wenn du dir einen Babysitter nicht so oft leisten kannst, wie du ihn brauchst, ist das nicht das Ende der Welt. Es ist auch nicht das Ende deiner Freizeit oder Karriere. Dieses Mal rechnen wir anders herum und fragen: Welchen Stundenlohn nimmt dein Babysitter und wie viele Stunden, könnte er auf dein Kind aufpassen, ohne dein Budget zu sprengen?

Beispiel: Steffi hat ihren Traumbabysitter gefunden. Sie heißt Laura und ihre Tochter liebt sie, weil sie so schöne Geschichten erzählt und mit ihr Buden baut. Außerdem hat sie einen Erste-Hilfe-Kurs und ein eigenes Auto, mit dem sie Steffis Tochter bei Regenwetter abholen kann. Leider hat sie einen Stundenlohn von 15 Euro. Damit kann Steffi sie sich nur  6,6 Stunden pro Monat leisten.

Der Ausweg aus der Kostenfalle
Und hier kommt der springende Punkt: Du solltest deinen Babysitter nur in Anspruch nehmen, wenn es gar keine Alternativen gibt. Das klingt einfach, ist aber genial! Denk noch mal an die Zeiten, für die du gern Betreuung hättest. Gibt es ggf. alternative Betreuungsmöglichkeiten? Können andere Eltern dein Kind nehmen oder vom Kindergarten abholen? Vielleicht hast du schon mal vom Konzept des Babysitting Co-ops gehört, bei dem sich Eltern mit der Kinderbetreuung abwechseln. Am Montag nimmt der eine die Kinder, am Donnerstag der andere.
Fühlst du dich unwohl, bekannte Eltern zu fragen oder ist dein Netzwerk einfach nicht groß genug? Dann solltest du jetzt sofort anfangen, Eltern zu suchen, denen es genauso geht wie dir. Eine gute Möglichkeit sind Aushänge in der Nachbarschaft, Aufrufe in Facebook-Gruppen und Foren oder aber die SitEinander App für gegenseitige Kinderbetreuung.

Beispiel: Steffi fragt in ihre Kita-Whatsapp Gruppe, ob jemand Lust auf einen Babysitting-Austausch hat. Sie selbst bietet an, am Donnerstag oder am Wochenende auf ein oder zwei weitere Kinder aufzupassen. Prompt melden sich zwei Mütter, die von der Idee begeistert sind. Eine der beiden nimmt Steffis Tochter nun jeden Montag nach der Kita mit zu sich nach Hause. Wenn Steffi und ihr Mann sie dann abholen, hat sie bereits Abendbrot gegessen und muss nur noch ins Bett gebracht werden.
Und der tolle Babysitter? Der wird jetzt für spontane Kino-Besuche und regelmäßige Me-Time genutzt.

 Mehr zum Thema gegenseitiges Babysitting unter befreundeten Familien

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Wir sammeln eure Erfahrungen und Wünsche und durchleben aufregende Zeiten als Team mit unterschiedlichsten Projekten rund um die gegenseitige Kinderbetreuung. Lest hier: