Was ist ein Babysitting Co-Op und warum du unbedingt eins gründen solltest.

Sep 4, 2019 | Babysitter, Expertenwissen, Familienleben

Die meisten Eltern denken beim Wort Babysitting an ein etwa 20-jähriges Mädchen, das gegen Geld auf ihre Kinder aufpasst. Dabei gibt es schon lange ein Babysitting-Konzept, beidem weder Geld noch kinderlose Mädchen eine Rolle spielen: Babysitting Co-Ops.

Was genau ist ein Babysitting Co-Op?

Die Abkürzung Co-Op steht für das englische Wort „co-operative“, was als Genossenschaft übersetzt werden kann. Das Adjektiv „cooperative“ bedeutet übrigens auch „hilfsbereit“ und impliziert, worum es bei so einer Genossenschaft geht: um gegenseitige Hilfe. Ein Babysitting Co-Op ist folglich ein Zusammenschluss aus Eltern, die sich gegenseitig als Babysitter aushelfen.

 

Babysitting Co-Ops sind eine tolle Alternative zum kostspieligen Babysitter.

Wie funktioniert so ein Babysitting Co-Op?

Um dein eigenes Co-Op zu gründen, solltest du folgende Schritte durchlaufen:

1. Gruppe an befreundeten Eltern finden. Man kann mit 3 Familien beginnen und sich schließlich auf eine größere Anzahl steigern. Wichtig ist: Alle Mitglieder sollten sich kennen und vertrauen. Optimaler Weise wohnt man in nächste Näher zu einander.

2. Ein System für die Berechnung der Betreuung muss her. Die meisten Co-Ops funktionieren mit einer Art Punktesystem: Man erhält Punkte, wenn man auf das Kind eines anderen aufpasst und man gibt Punkte aus, wenn jemand das eigene Kind sittet. Diese Punkte können in Tabellen gelistet sein (Excel oder Papier) oder in Ticketform bei jeder Betreuung – wie Geld – überreicht werden.

3. Regelmäßige Betreuungen organisieren. Viele Coops haben ein oder zwei feste Tage die Woche, an denen alle Eltern ihre Kinder gleichzeitig im Haus des Gastgebers abgeben können. Die Gastgeberschaft wechselt dann regelmäßig, sodass jeder einmal die Kinder bei sich aufnimmt. Dies ist besonders toll um sich langfristig zu organisieren. Ein geteilter Online-Kalender eignet sich für diese Organisation.

4. Spontane Betreuungen organisieren. Einigt euch auf einen Weg, wie ihr individuellen und spontanten Bedarf kommuniziert. Dies kann man über eine geteilte Facebook oder Whatsapp-Gruppe tun. Hier erstellt die betreuungssuchende Familie einen kurzen Post über ihren anstehenden Bedarf und hofft darauf, dass eines der Co-Op Mitglieder seine Hilfe anbietet.

5. Regeln und Konsequenzen. Auch wenn ein Co-Op eine Organisation unter Freunden ist, solltet ihr euch auf Regeln einigen. Was passiert, wenn sich Mitglieder nicht an Absprachen halten, Kinder zu spät abholen oder die Betreuung nicht ordentlich gewährleisten.

Die Voraussetzung für Babysitting Co-Ops ist eine Gruppe an befreundeten Familien, die sich gegenseitig Vertrauen und in nächste Nähe zu einander wohnen.

Für wen sind Babysitting Co-Ops geeignet?

Wenn man einen Freundeskreis aus Eltern hat, denen man die Betreuung der eigenen Kinder zutraut, stehen die Chancen für ein erfolgreiches Babysitting Co-Op sehr gut. Auch wenn man bereit ist, so eine Gemeinschaft ins Leben zu rufen und genug Geduld hat, den Vertrauensbildungsprozess abzuwarten.

Man sollte sich vor der Gründung eines Babysitting Co-Op bewusst sein: Der Deal, den man für diese kostenlose Betreuung eingeht, ist natürlich, dass man selbst bereit ist, kostenlos auf die Kinder seiner Freunde aufzupassen. Das kann bedeuten, ein paar Kinder mehr als gewöhnlich in den eigenen 4 Wänden zu haben, aber auch, am Samstagabend nicht bei der Familie zu sein, sondern bei Freunden auf ihre Kinder aufzupassen.

Warum du unbedingt ein Babysitting Co-Op haben solltest

Auf mehrere Kinder aufzupassen ist weniger eine Herausforderung, als man vielleicht denkt. Zu Hause Kinder zu betreuen ist eher wie eine Spielverabredung, bei der sich die Kinder zu meist selbst beschäftigen. Sollte man abends als Babysitter zu befreundeten Familien gehen, kann man dies meist wunderbar damit verbinden, ein Buch zu lesen  oder einen Film zu gucken, sobald die Kinder schlafen.

Besonders wichtig: Wenn man sein Kind anderen Familien anvertraut, schafft das eine tolle Gemeinschaft, es stärkt Kinderfreundschaften und das Gefühl der sozialen Zugehörigkeit.

Nochmal alle Vorteile auf einen Blick:

  • Kinder schließen neue/festere Freundschaften und entwickeln soziale Kompetenzen
  • Kinder fühlen sich als Teil einer nachbarschaftlichen Gemeinschaft
  • Es wird kein Geld für Babysitting ausgegeben.
  • Sehr spontane Hilfe ist möglich
  • Eltern haben endlich Freizeit und weniger Stress
  • Eltern haben die Möglichkeit zu sehen, wie ihre Kinder mit anderen interagieren
  • Nachbarn lernen sich kennen und eine stärkere Gemeinschaft wird geschaffen.

Von einem Babysitting Co-Op profitieren vor allem die Kinder: Ihre Freundschaften werden gestärkt und sie werden Teil einer lebhaften Nachbarschaftsgemeinschaft.

Babysitting Co-Ops im digitalen Zeitalter

Das Konzept des Co-Ops entstand noch vor dem digitalen Zeitalter in den USA. Damals mussten sich die Co-Op-Eltern noch monatlich treffen, um alle anstehenden Betreuung zu verabreden. Durch die Digitalisierung können sich Co-Ops über Whatsapp oder Facebookgruppen koordinieren. Langfristige Angebote können sehr gut über geteilte Google-Kalender geregelt werden.

SitEinander hat die Idee des klassischen Babysitting Co-Ops in App-Form gebracht. Neben den üblichen Vorteilen werden hier auch die oben genannten Nachteile umgangen. Jedes Mitglied der App hat seinen eigenen SitFreundeskreis, der aber nicht identisch mit dem der Freunde sein muss. Die Sit-Anfragen bleiben als gebündelte Information immer an der richtigen Stelle in der App und werden immer nur an die Eltern geschickt, von denen man gerade möchte, dass sie sie sehen. Punkte gibt es natürlich auch: SitPunkte werden von der App berechnet und entsprechend den Betreuungen vergeben.

Gründe dein eigenes Babysitting Co-Op mit der SitEinander App

Mehr zum Thema Gegenseitigkeit, Babysitting und unsere App

SitEinander verbindet Eltern, damit kostenloses Babysitting unter befreundeten Familien Realität werden kann. Über 4000 Familien nutzen die SitEinander-Beta-App für Android Geräte. Viel mehr noch warten auf den Neulaunch und die iPhone Version.

So unterschiedlich wir alle sind, es verbindet uns der Wunsch nach gegenseitiger Hilfe und Freundschaft, die über eine Tasse Kaffee hinausgeht. Was wünschen sich andere, welche Lösungen haben sie parat, lest hier: